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WIR MÜSSEN REDEN#8: Solidarität unter Druck

Talk | Heiße Diskussion & warme Küche

Donnerstag, 21.05.2026 19:30 Uhr Freies Werkstatt Theater, Zugweg 10, Köln Veranstaltet von: Freies Werkstatt Thetaer in Kooperation mit dem Sommerblut Kulturfestival

In einer improvisierten „Küche für alle“ kocht und diskutiert Moderator:in Kathrin Ebmeier mit ihren Gästen Jamila Al-Yousef und Esther Dischereit. Im Anschluss ist das Publikum zum Essen und Gespräch eingeladen.
In Kooperation mit dem Sommerblut Kulturfestival

Wie steht es um die Kunst- und Meinungsfreiheit hierzulande? Wie können, dürfen und müssen wir über Krieg und Menschenrechtsverletzungen sprechen? Wie zeigen wir Mitgefühl – für Betroffene von Krieg ebenso wie für jene, die aufgrund politischer Positionierungen Ausladungen und Cancelling erfahren? Und wie verleihen wir unserer Wut über Unrecht Ausdruck?

Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich auch in Deutschland die Debatte über den Krieg in Israel und Gaza stark zugespitzt. In Politik, Medien und besonders im Kunst- und Kulturbetrieb stehen Fragen von Solidarität sowie Kunst- und Meinungsfreiheit in Bezug auf Antisemitismus und Rassismus in einem hoch polarisierten Spannungsfeld. Künstler:innen werden ausgeladen, Veranstaltungen abgesagt, Institutionen geraten unter Druck. Zugleich erfahren Stimmen Ausschluss, die um eine differenzierte, empathische Haltung ringen und sich nicht eindeutig auf eine Position oder Meinung reduzieren lassen.

Wie ist radikale Empathie unter diesen Bedingungen möglich? Wie können wir Menschenrechtsverletzungen an Palästinenser:innen ebenso benennen wie zunehmenden Antisemitismus, ohne gecancelt zu werden? Wie können Kulturinstitutionen Räume für differenzierte Auseinandersetzung öffnen und Empathie für alle vom Krieg Betroffenen Zivilistinnen ermöglichen – und wie frei ist die Kunst, wie frei sind Künstlerinnen, wenn politische Konflikte auch hierzulande zu neuen Grenzziehungen führen?

Gemeinsam mit Gästen aus Kunst, Literatur und politischer Praxis sprechen wir über Solidarität im Spannungsfeld von Krieg, öffentlicher Debatte und Kulturbetrieb – und darüber, wie trotz des zunehmenden Drucks sich zu positionieren ein Dialog möglich bleiben kann.

Gäste:

Jamila Al-Yousef ist Coachin und Beraterin für Empowerment, Powersharing und rassismuskritische Kulturarbeit. Als diasporische Palästinenserin initiierte sie u. a. das dekoloniale ArabUnderground-Programm auf dem Fusion Festival sowie das Welcome Board für geflohene Musikerinnen in Niedersachsen. Als Theatermacherin und Musikerin arbeitet sie zu Trauma, Befreiung und Resilienz.

Esther Dischereit ist deutsch-jüdische Autorin von Lyrik, Prosa, Essays sowie Theater- und Hörstücken. Ihre Arbeiten verhandeln jüdische Gegenwart und Erinnerung in Deutschland. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Berlin und wurde u. a. mit dem Erich-Fried-Preis ausgezeichnet.

Moderation:
Kathrin Ebmeier ist Künstler:in und Performer:in aus Köln und dem Ruhrgebiet. Mit dem Kollektiv Anna Kpok entwickelt Ebmeier interaktive Theaterformate zwischen Spiel, Installation und sozialem Experiment und engagiert sich in Köln bei Palestinians and Jews for Peace.

Teilnahme begrenzt – Ticketkauf empfohlen!
Datum: 24. Mai 2026, 19:30 Uhr

Wir müssen reden ist eine Gesprächsreihe des FWT und versteht Theater als Ort gesellschaftlicher Aushandlung – zwischen Expert:innen und Publikum, zwischen Widerspruch und gemeinsamem Essen. Jede Ausgabe widmet sich einem Begriff, der unsere Gegenwart und unser Nachdenken über das gesellschaftliche Zusammenleben prägt. Bisherige Themen waren: Utopie, Protest, geschlechtliche Selbstbestimmung, Verzicht, Demokratie, Menschenrechte, Ernährung und Lieferketten – eine Gesprächsreihe für progressives Denken und produktiven Streit.

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